Zum Steinkohlekraftwerk


Der 14. August 2002, spontan verabredete ich mich abends mit Tim am Flugplatz "Schwarze Heide" in Dinslaken zu einem kleinen Flug Astrid kam mit, sie wollte die Zeit lesend verbringen, während ich fliege.
Es war so ein Tag wie genau 14 Tage zuvor, vielleicht nicht ganz so heiss, der Wind wechselte permanent. Ich hatte Glück, schaffte es in die Luft. Tim brach nach vielen Versuchen ab und gab mir zu verstehen, alleine eine Runde zu drehen.
Die Sonne stand schon recht tief, was an Tims langem Schatten zu sehen ist. Die beste Zeit für Photos.


Das Zementwerk (in Wirklichkeit eine Fabrik für Strahlgut) - über das ich schonmal geflogen war - und ein Windrad waren direkt zu sehen, die sollten mein Ziel sein. Eine kleine Runde sollte es werden...


Doch über der Zementfabrik entdeckte ich etwas, was wie eine "Steinschneiderei" aussah, also flog ich direkt weiter dorthin.
Später erfuhr ich, dass es sich bei dieser Anlage um eine "Bäckerei für Kalksandsteinprodukte" handelt, direkt darüber soll durch die auskühlenden Steine sehr oft brauchbare Thermik zu finden sein.
Obwohl ich GPS dabei hatte, prägte ich mir markante Punkte und Auffanglinien ein, sobald ich welche entdeckte, schon mehrfach hatten sich die Akkus verabschiedet.

...und schon entdeckte ich einen See mit angrenzendem Campingplatz.


Blick in das Cockpit des Gleitschirmes: Links das GPS, das die Richtung und die Entfernung zum Flugplatz, sowie die Geschwindigkeit, Kurs und Koordinaten anzeigt.
In der Mitte das Variometer, das die Flughöhe und Steig- / Sinkgeschwindigkeit (hier geht's immer noch mit 0,1 Metern pro Sekunde hoch) ├╝bermittelt.
Rechts das leere Fach für den Photoapparat.
Für das Funkgerät ist dann nur noch in der inneren Tasche der Weste Platz.
Und ja, ich habe eine neue Flughose! Orange, leuchtend und weit sichtbar, damit mich nicht jemand aus Versehen "übern Haufen" fliegt.


Durch das Steinkohlekraftwerk Scholven ist die ganze Gegend übersäht mit Hochspannungsleitungen.
Meine ungefähre Position hatte ich noch, dennoch war es schon mit einigem Aufwand verbunden, die Richtung des Flugplatzes zu erahnen. Sehr hilfreich das Kraftwerk Voerde am Rhein, das noch teilweise zu sehen war und mit Scholven fast eine Linie über den Flugplatz bildet. (Naja, Schwarze Heide, Scholven und Voerde bilden ein Dreieck. Beim Abfliegen der Hypotenuse findet man den Flugplatz leicht...)
Trotz GPS immer wieder eine gute Übung.


Bottrop-Kirchellen, der Freizeitpark Warner Brothers Movie World und im Hintergrund das Steinkohlekraftwerk. Irgendwie zieht es einen doch immer wieder zu den gleichen Orten...


Wie auch das letzte Mal konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Freizeitpark zu überfliegen. Hier der Blick an meiner neuen Leuchthose vorbei auf die riesige Achterbahn aus Holz.


Der 60 Meter hohe "Freefall-Tower", gerade steigen die armen Opfer aus, die kurz zuvor den freien Fall erleben mussten (durften?).


Das Ziel der Tour, das Steinkohlekraftwerk Scholven in der Abendsonne. Für Touren auf den Routen der Industriekultur ist Dinslaken ein idelaer Startpunkt.


Der Rückweg ging, erst ein Stück direkt über die Autobahn wieder über das Zementwerk, nach 80 Minuten und kurz vor der Schließung des Flugplatzes landete ich wieder. Tim, der Arme, wartete immer. Naja, sein nächster Flug wird sicher wieder schön!


Auf der Fahrt zurück nach Hause kam dann über Telephon eine spontane Einladung zum sofortigen Grillen (es waren vier Bratwürste übrig), die wir gerne annahmen.
Astrid hat ganz gut Farbe bekommen, den Tag!



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Ulrich Franzke <sinus@ulrich-franzke .de>