Bernd und Gigi, ein starkes Tandem

Flugbericht von Bernd G., Juli 2002



Wenn Du diese wunderschöne Gebirgslandschaft mit (fast) verzauberten Schlössern kennenlernen möchtest, dann fahre ins Ostallgäu nach Füssen, Schwangau oder Roßhaupten am Forggensee.
Dieser Ausblick erschließt sich Dir durch Bergwandern, aber viel faszinierender noch durch`s Fliegen: mit dem Drachen, dem Gleitschirm, allein oder im Tandemflug vom Tegelberg.


Wie Du sicher geahnt hast, habe ich mich zur zweiten Möglichkeit entschlossen und bin hier schon beim Starten im ersten Tandemflug meines Lebens mit dem Schirm meiner Pilotin Gigi zu sehen.
Es geht vom Skihang an der Ostflanke des Tegelbergs los, ein glatter schöner Start, und mein guter Freund Uli dokumentiert alles von oben aus seinem Gleitschirm mit der Kamera.


Nach einer weiten Linkskurve vom Starthang weg überlassen wir uns dem Spiel des recht böigen Aufwindes und schrauben uns uns nach und nach an der Wand des Berges hoch. Je höher wir gelangen, desto kühler wird die Luft; aber sehr, sehr angenehm, denn unten am Boden werden heute 34C gemessen.


Da mein Befinden "an Bord" des Schirms außerordentlich gut ist und Gigi mir einiges bieten möchte, steigen wir immer weiter hoch, bis wir auf einmal die höchsten sind und Berggipfel sowie alle anderen Schirme unter uns gelassen haben.
Der Anblick von hier auf die Bergkulisse mit Tegelberg, Säuling, Zugspitze etc. -leider auf dem Bild nicht zu sehen- ist grandios, das Alpenvorland hingegen scheint immer kleiner und ungreifbarer zu werden.


Der Flug geht nun eine ganze Weile immer schön auf der Nordseite am Kammgrat entlang, denn an der Südflanke gerieten wir ganz schnell ins Lee (Windschatten) und es ginge unweigerlich nach unten. Da dort keine Wiesen sind, kann man sich nur den schönsten Baum für eine Bruchlandung aussuchen.


Belohnt werde ich hier mit dem Blick auf Schloß Neuschwanstein von oben und fast kann ich die Fotoapparate der japanischen Touristen zählen.


Nach erfolgreichem Rückflug am Kammgrat entlang gehen wir nun in eleganten, weiten und manchmal schaukelnden Kurven in den Landeanflug über, bei dem wir uns eine Strecke vom Berg entfernen und mehr vom flachen Vorland zu sehen bekommen.
Auf dem Bild sind wir nur noch auf halber Flughöhe und die Temperatur ist wieder spürbar wärmer als noch ganz oben.


Nun entfaltet sich die Landschaft des Alpenvorlands wie ein Teppich unter uns: Wiesen, Weiden, Äcker, Büsche, Wälder, Seen, Wege, Straßen und Ortschaften fügen sich zum Bild einer - wie es scheint- Modellandschaft, nur daß sich die Kühe auf den Weiden wirklich bewegen, der Bauer den Trecker wirklich fährt, die Autos herumfahren, die Menschen fröhlich winken und kaum ein Zug -im Gegensatz zur Modelleisenbahn- zu sehen ist.


Alles geht einmal zu Ende, auch der schönste Flug (immerhin 1 1/4 Std. Erlebnis pur), und so siehst Du uns hier gerade gelandet. Beim Landeanflug kamen mir die ersten und einzigen Bedenken betreffs Weiche oder Härte des Vorgangs; prompt landete ich auf dem Hosenboden, aber ganz weich.


"We are the champions", "Erfolgreich vom Einsatz zurück"..., nein, ich glaube man sieht, nach einem schönen Flug mit dem Gleitschirm ist man einfach glücklich und zufrieden.
Danke, Gigi. Ich glaube, sie fliegt nicht mit jedem so lange. Aber das ist eine andere Geschichte.
Und danke, Uli, für die tollen Bilder.


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Ulrich Franzke <sinus@ulrich-franzke .de>