Am 7. Oktober 2026 startete ich um 17:29 Uhr MESZ in
Borkenberge, nachdem ich Mark am Flugplatz getroffen
und wir beschlossen hatten, eine Runde gemeinsam zu fliegen.
Der Himmel war bedeckt, Sonne gab es wenig bis gar keine,
und weil ich es oben lieber warm haben wollte, hatte ich
kurz vor dem Start noch einen Pullover unter die Motorradjacke
gezogen, was sich in der Luft allerdings als etwas zu gut
gemeint herausstellen sollte.
Auf dem nebenstehenden Photo ist Mark in seiner Uli Rebell
zu sehen, mit dem ich gemeinsam über das Münsterland flog.
Die St.-Dionysius-Kirche in Seppenrade kam auch diesmal wieder
aufs Photo, zwei Tage vor dem Gedenktag ihres Namenspatrons
Dionysius von Paris (3. Jahrhundert). Dieser wurde im Mittelalter
mit dem Dionysius Areopagita aus der Apostelgeschichte und dem
heute als Pseudo-Dionysius bezeichneten theologischen Schriftsteller
gleichgesetzt, sodass über Jahrhunderte drei verschiedene
Dionysien als ein und dieselbe Person galten.
Am Dortmund-Ems-Kanal lag dieser Kahn bei den Silos,
während wir oben vorbeiflogen.
Kurz hinter Lüdinghausen war es mit dem traumhaft ruhigen
Flug plötzlich vorbei, wir gerieten in eine derart heftige
Thermik, wie ich sie in einem Herbst selten erlebt hatte, und während
ich mit dem Querruder hin und her rührte und das Gefühl
hatte, es würde gar nicht richtig reagieren, wurde mir
doch etwas mulmig zumute: War da etwa ein Steuerseil gerissen?
Dieses Photo der kleinen gelben Uli Rebell hat Mark gemacht,
als die Luft wieder ruhig war und ich kurz hinter dem zuletzt
gezeigten Hof noch ein paar Mal mit dem Querruder gespielt
hatte, um zu sehen, ob die Maschine wieder wie gewohnt um
die Längsachse rollte. In der Thermik hatte ich tatsächlich
kurz gedacht, es könnte etwas mit der
Steuermechanik sein,
weil ich mit einer solchen Hammerthermik überhaupt nicht
gerechnet hatte, aber nun reagierte die
Rebellin wieder ganz normal,
was mich doch deutlich beruhigte.
Und noch einmal Mark in seiner Uli Rebell, den ich nun
bei wieder ruhiger Luft photographieren konnte.
Diese Gebäudegruppe, vermutlich eine ehemalige Hofstelle,
gefiel mir mit den roten Dächern und den vielen Bäumen
rundherum aus der Luft.
Die Alte Kirche in Buldern war ebenfalls dem heiligen Pankratius
geweiht, wurde aber für die wachsende Gemeinde irgendwann
zu klein und durch die neue St.-Pankratius-Kirche ersetzt.
1913 erwarb die Familie von Romberg das alte Gotteshaus und
ließ einen Teil zur Gruftkirche umbauen, heute finden
hier auch Ausstellungen und Konzerte statt.
Die St.-Jakobus-Kirche in Karthaus, die zur ehemaligen
Kartause gehört, überflogen wir einen Tag nach
dem Gedenktag des heiligen Bruno, des Gründers des
Kartäuserordens, und darüber freute ich mich besonders.
Nach der Aufregung über die heftige Thermik tat mir
dieser Blick auf einen Ort gut, an dem Menschen ihr Leben
in Stille und Gebet Gott gewidmet hatten, während ich
da oben noch mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt war.
Hier der Spiekerhof in Dülmen, wo zwischen den größeren
Wohnhäusern erfreulich viel Platz für Bäume geblieben ist.
Noch ein Blick auf Dülmen mit der St.-Viktor-Kirche,
bevor ich mich wieder auf den Rückweg nach Borkenberge machte.
Nach insgesamt 42 Minuten landete ich wieder
auf dem Flugplatz EDLB Borkenberge,
wo die kleine gelbe Rebellin nun neben der Suzuki GN250 stand,
mit der ich zum Flugplatz gekommen war. Den Pullover, mit dem
ich unter der Motorradjacke in der Luft ordentlich geschwitzt
hatte, zog ich am Boden wieder aus, nur um dann auf dem
Rückweg in der kalten Abendluft zu frieren...