Jahresabschlussflug


Der 30. Dezember ist Astrids und mein Hochzeitstag, am 30. Dezember 2002 haben wir in Bayern in Roßhaupten geheiratet. Den 30. Dezember 2025 wollten wir mit einer Übernachtung im Wohnwagen begehen, bei Temperaturen knapp unter Null Grad.

Nach unserer Ankunft und eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang startete ich zu einem kleinen Flug, Astrid photographierte das kleine gelbe Flugzeug beim Abflug.


Ich startete gegen die Sonne auf der Piste 25 und bevor ich mir irgendwelche Gedanken über meine Landung gegen die Sonne machen konnte, hörte ich über Funk, dass von der 25 auf die 07 gewechselt wurde, ich würde also eine Landung mit Sonne im Rücken haben.

Sehen konnte ich nicht, was ich da photographierte, als ich einfach den Photoapparat nach hinten hielt und auslöste.


Über Funk meldete ich, dass ich eine etwas ausgedehntere Platzrunde fliegen würde - eiskalt war es in der Luft. Aber auch wunderbar. Ruhigstes Wetter, eine sehr gute Sicht und das Land lag in einer schönen Abendsonne.


Über Hausdülmen photographierte ich die kleine St.-Mauritius-Kirche. Diese St.-Mauritius-Kirche könnte bald umbenannt werden müssen, weil Mauritius als Maurus, also „Mohr“, heute schneller zum „N-Wort-Verdachtsfall“ wird, als dass der Heilige überhaupt identifiziert wird – und man Geschichte inzwischen lieber entsorgt, statt sie zu verstehen. Das anschließende Schweigen nennt man dann Haltung, obwohl es meist nichts anderes ist als ein Bildungsdefizit im moralischen Kostüm.


Schon über Hausdülmen merkte ich, wie die Kälte in die Knochen kroch, über Dülmen wurde es noch heftiger kalt. Lange würde mein Flug nicht mehr gehen. Ich erfreute mich aber an dem schönen Licht, in das die St.-Viktor-Kirche getaucht war.


Einige andere Flieger waren noch in der Luft, mich freute es nach der Landung, wie gut die Optik des Photoapparates ist - die Flugzeug-Kennung kann man sehr gut lesen.


Gerne erinnerte ich mich beim Überflug von Dülmen an meinen Film über die selige Anna Katharina Emmerick, der auf bonifatius.tv zu sehen ist.


Ihre letzten Jahre verbrachte die Selige in einem Kloster in Dülmen. Das Grab der Anna Katharina Emmerick ist in der Heilig-Kreuz-Kirche, die auf dem nebenstehenden Bild zu sehen ist. Wer jetzt mehr über diese große Frau erfahren möchte, dem sei der obige Film ans Herz gelegt.


Die Temperaturen in der Luft waren wesentlich niedriger als unten am Boden. Eiskalt war es in dem offenen Flugzeug. Eiskalt aber auch wunderbar!


Zum Abschluss drehte ich eine Runde über den Flugplatz und landete wieder - trotz fast erfrorener Finger war es eine wunderbare und sehr weiche Landung auf der gefrorenen Wiese. 25 Minuten hatte der Flug gedauert, viel länger, als ich ursprünglich vorgehabt hatte.


Die Nacht verbrachten wir im Wohnwagen. Ein lieber Bekannter fragte, als er die Bilder sah: „Hast du eigentlich Standheizung im Wohnwagen oder musstet ihr kuscheln?“