Am 8. August 2026 hatte ich mal wieder eine PPR für einen Flug und eine Landung
nach der offiziellen Öffnungszeit des Flugplatzes EDLB Borkenberge. Das Wetter
war ruhig und ich wollte Aufnahmen für einen nächsten Film über den hl.
Sebastian machen und dafür über die St.-Sebastian-Kirche in
Amelsbüren fliegen. Amelsbüren ist der südlichste
Stadtteil von Münster.
Östlich des Flugplatzes werden gerade vier neue Windräder gebaut. Sie sind
weit genug weg vom Flugplatz und werden wahrscheinlich wenig stören. Anders
ein Windpark, der nördlich des Platzes in der Diskussion ist...
Fliegerisch war dieses Jahr noch nicht sehr ergiebig, im Frühjahr war es zu
regnerisch und insgesamt viel zu windig. Naja, vielleicht ändert sich das ja
noch.
Es war spannend, die verschiedenen Bauzustände der vier Windräder zu sehen. Mir stellen sich bei Windrädern immer wieder Fragen: Wer entsorgt den Kram nach ihrer Lebenszeit, die häufig mit 20 bis 25 Jahren angesetzt wird? Wer bezahlt den Rückbau, und was passiert mit Fundament und Rotorblättern?
Auch der Abrieb der Rotorblätter interessiert mich. Was wird da eigentlich im Laufe der Jahre abgetragen, welche Stoffe gelangen dabei in die Umwelt und weiß man wirklich, was das langfristig mit Boden, Wasser, Mensch und Tier macht? Und welchen Einfluss haben große Windparks auf Luftströmungen, Mikroklima, Bodentemperatur und Bodenfeuchtigkeit?
Die Deutsche Wildtier Stiftung nennt rund 250.000 durch Windenergieanlagen getötete Fledermäuse im Jahr, der NABU schätzt die Zahl der getöteten Vögel auf ungefähr 100.000. Dazu kommen Fundamente, Zufahrtswege und Kranflächen. Wie viel Boden wird dafür eigentlich dauerhaft versiegelt?
Mir fällt auch immer wieder auf, wie viele Windräder stillstehen. Natürlich kann das viele Gründe haben. Aber wenn genug Wind da ist und Anlagen trotzdem abgeschaltet werden, weil das Netz den Strom nicht aufnehmen kann: Warum speichern wir den Strom dann nicht?
Viele Fragen. Und manchmal habe ich schon den Eindruck, dass es bei Windkraft nicht nur um Umwelt- und Klimaschutz geht, sondern auch erhebliche pekuniäre Interessen eine große Rolle spielen.
Wunderschön ruhig lag der Dortmund-Ems-Kanal unter mir.
Und auch der bunte Strommast sah schön aus, wie er in der Abendsonne so
dastand.
Ja, es war ein sehr windstiller Tag. Von Thermik war nun, nach 20 Uhr,
auch nichts mehr zu merken.
In Hiltrup flog ich über die Häuser am Virginia-Woolf-Weg.
Vorbildlich, fast
alle (naja, sehr viele) Häuser
mit Solaranlage auf dem Dach. Wenn nun auch noch jeder einen
eigenen Akku hätte, könnten damit unsere Stromprobleme gut
angegangen werden.
Der Kreisverkehr an der Davertstraße in Amelsbüren sah auch sehr
schön aus aus der Luft.
Wie oft ich über die schöne St.-Sebastian-Kirche in Amelsbüren flog,
ist aus der unten stehenden GPS-Aufzeichnung gut ersichtlich. Dabei
bestand das Problem, dass ich kaum unter 500 Meter runter gehen konnte,
da im Umkreis von Amelsbüren mehrere Windräder stehen und ich eine
Mindesthöhe von 300 Metern über solchen Objekten einhalten muss.
Auf die Ergebnisse der verschiedenen Kameras am Flugzeug bin ich
recht gespannt, ich habe sie mir noch nicht ansehen können.
Von Amelsbüren hat man eine gute Sicht auf Münster. Nach
mehreren Runden über der St.-Sebastian-Kirche trat ich meinen
Rückflug an.
Wie der Hinflug so führte mich auch der Rückflug über Senden
und die St.-Laurentius-Kirche...
...und über Schloss Senden. Ein schöner Flug war es, nach 72 Minuten
landete ich wieder kurz vor Sonnenuntergang auf dem Flugplatz EDLB
Borkenberge.
Besonders schön ist es natürlich, an einem sonnigen und warmen Tag mit dem 46 Jahre alten Motorrad zum Flugplatz fahren zu können. Erstzulassung 1980. Und ja, es braucht nur den linken Spiegel.