Kontrollzone Münster


Am 25. Juni 2021 wollte ich nach Altenberge fliegen, um dort ein Photo zu machen. Luftlinie sind es vom Flugplatz EDLB Borkenberge nach Altenberge keine 40 Kilometer, die Strecke ist also mit der Uli Rebell hin und zurück in einer Stunde zu schaffen. Einziges Problem ist, dass Altenberge in der Kontrollzone des Flughafens Münster/Osnabrück liegt und man hier nicht so einfach einfliegen darf. Am Vormittag rief ich am Flughafen an und hatte einen netten Herrn von der Luftaufsichtsstelle der Bezirksregierung Münster am Apparat, der mir sehr gut weiter half - vielen Dank!

Um 17:22 Uhr startete ich zu meinem Flug und dem Versuch des Einfluges in die Kontrollzone des Flughafens Münster.

Mit dem vorhergesagten Wind aus west-südwestlicher Richtung mit um die 7 Knoten musste ich nach dem Überfliegen des Ortes Buldern eigentlich nur noch einen Kurs von 22 Grad halten; der Wind war aber tatsächlich viel schwächer, teilweise unter 5 Knoten.

In Buldern überflog ich die schöne St.-Pankrataius-Kirche. Anstelle von „Kontrollzone Münster“ hätte ich diesen Flugbericht auch „Zehn verschiedene Kirchen auf 14 Bildern“ nennen können...


Der Himmel war bewölkt und trotzdem gab es einige Stellen, an denen das kleine Flugzeug etwas durchgebeutelt wurde.

Ich flog die ganze Zeit auf einer Höhe von mindestens 450 Metern. Die Photos sehen so aus, als würde ich viel tiefer fliegen - ich hatte für diesen Flug ein anderes Objektiv gewählt. Während ich sonst immer an meiner Olympus Four-Third ein Objektiv mit einer Brennweite von 25mm (Kleinbild 50mm) habe, nahm ich für diesen Flug die Festbrennweite von 45mm (Kleinbild 90mm), also durchaus schon ein leichtes Teleobjektiv. Und die Qualität der Aufnahmen zeigt es, wie sehr sich das 45er Objektiv lohnt.


Weiter ging mein Flug über Schapdetten, wo ich die St.-Bonifatius-Kirche photographieren konnte.

Ja, die Photos sehen wirklich so aus, als wäre ich mit einer Höhe von wenigen Metern geflogen. Das Photographieren mit einem (Kleinbild) 90mm Objektiv ist für mich inzwischen genauso gut wie mit dem 50er (Kleinbild), ich nehme den Apparat, der beim Fliegen um den Hals hängt, mit der linken Hand und kann die Photos machen, ohne hinzusehen; das richtige Treffen ist in den vielen Photoflugjahren zum Automatismus geworden. Wenn man dann nicht nur ein, sondern immer mehrere Photos macht, hat man auch mit einer großen Wahrscheinlichkeit brauchbare Treffer.

Der Nachteil der größeren Brennweite ist allerdings, dass man viel weniger Umfeld photographiert; wie oft habe ich erst abends am Rechner irgendwelche Details in Bildecken gefunden, die ich dann in meine Flugberichte gestellt habe.


Das Schloss Havixbeck war auf meiner Route. Es gibt sehr viele Schlösser und Burgen im Münsterland, die ich auch nach und nach entdecke. Peter meinte ja einmal zu mir, wenn ich sämtliche Kirchen des Münsterlandes überfliegen wollte, müsste ich mein Leben drastisch verlängern (ich schrieb davon). Ich glaube inzwischen, es müssten noch etliche Tage dran gehängt werden, wenn ich dazu auch noch die Burgen, Klöster und Schlösser nehmen wollte.


Wunderschön liegt die St.-Dionysius-Kirche in Havixbeck. Sogar die Uhr kann man gut lesen, bis hier hatte ich also etwa 20 Minuten gebraucht - alles wie in der Planung vorgesehen. Der Rückflug würde sicher etwas länger brauchen, weil ich bis hier nur Rückenwind hatte.

Über Havixbeck wechselte ich die Funkfrequenz und meldete mich beim Tower des Flughafens Münster/Osnabrück: „Turm Münster, hier ist die Delta Mike Yankee Yankee Alpha über Havixbeck fünf Minuten vor Erreichen der Kontrollzone in einer Höhe von 1500 Fuß“ begann ich meinen Funkspruch, der sofort mit der Frage beantwortet wurde, ob ich einen Transponder hätte. Nein, einen Transponder habe ich nicht. Mein Flugzeug darf doch leer nur 120 und voll 250 kg wiegen, wie soll ich da noch einen Transponder unterbringen, dann müßte ich doch auf den Photoapparat verzichten... Aber das erzählte ich über Funk nicht.

Nachdem ich meinen Einflugwunsch über den Ort Altenberge, meine geplante Route bis Nordwalde und von dort meinen Rückflug und Ausgang auch wieder über Altenberge geäußert hatte, bekam ich die Antwort „Delta Yankee Alpha, Einflug genehmigt. Melden Sie sich bitte noch einmal am Einflugpunkt.“

Ist es wirklich so einfach, in eine Kontrollzone einzufliegen? Ja, es ist so einfach!


Kurz vor Altenberge meldete ich mich wieder beim Turm Münster und gab nochmal meine Flughöhe an. Ich bekam das QNH (Luftdruckinformationen zum Einstellen des Höhenmessers) genannt und durfte rein!

Und damit hatte ich auch schon den Grund meines Fluges erreicht, die St.-Johannes-Baptist-Kirche in Altenberge und links davor die Klavierhalle, in der wir den neuen Flügel für Astrid gekauft haben. Naja, neu? Das Teil ist 99 Jahre alt, hat aber einen sehr schönen Klang...


Aber ein wenig wollte ich ja noch weiter fliegen. Bis Nordwalde sollte es gehen. In Nordwalde gibt es auch eine St.-Dionysius-Kirche. Seit meinem Video über den hl. Dionysius fliege ich natürlich besonders gerne über St.-Dionysius-Kirchen.

Oben links im Bild ist das St.-Franziskus-Haus, ein Alten- und Pflegeheim für Ordensangehörige.

Über Nordwalde drehte ich bei und trat meinen Rückflug an.



Noch einmal flog ich an der St.-Johannes-Baptist-Kirche in Altenberge vorbei, dann meldete ich über Funk meinen Ausflug aus der Kontrollzone, der mit „Ausflug genehmigt“ bestätigt wurde. Ein paar Informationen über andere Flugzeuge, die wohl gerade in meiner Nähe sein mussten, bekam ich auch noch mit auf meinen Weg - ein großartiger Service.

Vielen Dank, liebe Münsteraner! Ich werde sicher bald wieder kommen, denn die Hl.-Schutzengel-Kirche in Schmedehausen liegt ja auch in der Kontrollzone des Flughafens Münster/Osnabrück...


Direkt zurück zum Flugplatz Borkenberge wollte ich nicht, ich wollte noch versuchen, die Burg Hülshoff zu finden. An der St.-Georg-Kirche in Hohenholte musste ich vorbei, die ich natürlich auch photographierte.

Ich hatte mein Telephon in der Tasche die gesamte Route aufzeichnen lassen. Benutzt habe ich aber das GPS zum Finden der verschiedenen Orte nicht, ich fliege lieber nach Karte und Gedächtnis, denn was macht man, wenn man nur gelernt hat, sich auf Geräte zu verlassen in dem Moment, in dem das Gerät ausfällt?

Unten auf dieser Seite habe ich in die aufgezeichnete Route die photographierten Objekte aufgenommen - man sieht, wie gut das 45er (Kleinbild 90mm) Objektiv ist, mit ordentlich Abstand bin ich an den diversen Gebäuden vorbei geflogen und habe sehr gute Ergebnisse erziehlt.


Und tatsächlich fand ich die Burg Hülshoff, sehr direkt und ohne Umwege, wie aus der Aufzeichnung unten ersichtlich ist. Die Geländeformation half dabei etwas weniger als die Erinnerung daran, nach Hohenholte einen 120 Grad Kurs zu fliegen.

Ich bin ganz sicher, mein Deutschlehrer hatte etwas mit einer Annette von Droste-Hülshoff, von der hier auch eine Büste im Vorgarten (ganz links oben im Bild) aufgestellt wurde. Mein alter Deutschlehrer hatte ganz sicher ein Techtelmechtel mit dieser Frau, er hat immer total verzückt von ihr gesprochen, so richtig verliebt. ...aber hat die Annette nicht etwas früher gelebt? Naja, mein Deutschlehrer war damals ja auch schon ziemlich alt (muss man jetzt hier ein Smilie hinmachen oder wird das auch so verstanden? Ich fand es lustig!).

Auf der Vorderseite des letzten 20-DM-Scheines war Annette von Droste-Hülshoff abgebildet und ich kenne jetzt ihre Burg.


Über Münster werde ich demnächst auch fliegen, ganz sicher. Da gibt es dann so viel zu photographieren, dass ein einziger Flug nicht ausreichen wird. Angefangen habe ich nun schon mit der St.-Pantaleon-Kirche in Roxel, einem Ortsteil von Münster.


Auch Albachten ist ein Ortsteil von Münster. Die St.-Ludgerus-Kirche photographierte ich noch, dann verließ ich den Luftraum der Stadt Münster.


Der Ort Bösensel gehört nun schon zu Senden. In Bösensel machte ich ein Photo von der St.-Johannes-Kirche, die ich früher auch schon photographiert hatte.


Und meine letzte Etappe führte mich zur St.-Laurentius-Kirche nach Senden. Über den hl. Laurentius, der der Diakon des hl. Papstes Sixtus war, geht mein Laurentius-Video, das auf bonifatius.tv ab Anfang Juli 2021 zu finden ist.



Nach einer Stunde und 15 Minuten landete ich wieder auf dem Flugplatz Borkenberge EDLB. Ein toller Flug war es. Der Motor hatte die meiste Zeit mit 3100 Touren gedreht und so konnte ich auch nur etwas mehr als fünf Liter Benzin nachtanken. Mein Verbrauch an diesem Tag war mit etwas über vier Litern pro Stunde der geringste, den ich bisher mit der Uli Rebell hatte. Das kleine Teil ist eben doch ein großartiges Fluggerät!

Ach ja, es gibt ein neues Video über Kanäle und Schleusen im Münsterland: