Münster


Für den 14. September, dem Festtag der Kreuzerhöhung, hatte ich mich mit den Fliegern Klaus-Peter aus Porta und Peter (vom Platz) am Flugplatz EDLB Borkenberge verabredet. Klaus-Peter hat seine Uli-Rebell schon bestellt und wollte Kontakt zu weiteren Rebellenfliegern aufbauen.

Nach einem sehr angenehmen und interessanten Kennenlernen startete ich. Über Münster wollte ich an diesem Tag fliegen. Klaus-Peter folgte mir mit einem Motorsegler Scheibe SF 25, einem C-Falken, alsbald nach.

Wer stand am Kreuz Münster Süd noch nicht im Stau? Hier trifft die A43 (weiter nach rechts als B51) mit der A1 zusammen.


Die Sicht an diesem Tag war nicht berauschend, bei einem etwas späteren Flug bekam ich auch noch Regen ab. Von der Sonne war wenig zu sehen.

Schon von weitem entdeckte ich die bunten Häuser an der Mecklenbecker Straße Ecke Boeselagerstraße, die sich später als ein besonderes Studentenwohnheim, heute Studierendenwohnheim, herausstellte: Es ist gebaut als eine Passivhaussiedlung.

Stellt sich heute eigentlich noch jemand die Frage über die Zerstörung der deutschen Sprache durch Genderei? In meiner Jugend gab es noch das Partizip, eine vom Verb abgeleitete Teilhabeform. So ein Partizip wurde gerne genutzt, um Nebenläufigkeiten auszudrücken: „Pfeifend ging ich spazieren.“ Die Substantivierung des Partizips gibt einer Person eine Eigenschaft, die in dem Moment gerade ausgeübt wird. „Ich bin, wenn ich schlafe, ein Schlafender, wenn ich wach werde, bin ich kein Schlafender mehr, sondern ein Wachwerdender.“ Ein Mensch konnte damals also studierend sein, wenn er gerade studierte. Oder er konnte schlafend sein, wenn er gerade schlief. Aber er konnte nie studierend schlafend sein.

Was aber ist ein Studierender, wenn er schläft? Wahrscheinlich nur ein Widerspruch! Wir leben inzwischen in einer Zeit, in der Ordnungssysteme alle paar Jahre wechseln. Bekommt man Geschlechtergerechtigkeit hin durch Vergewaltigung der Sprache? Die Frau als Ware gibt es doch immer noch; Bordelle und Prostitution existieren heute noch und niemand tut etwas dagegen. Vielleicht sollte man hier mal ansetzen? Oder geht es gar nicht um Geschlechtergerechtigkeit?


Ich flog westlich des Aasee mit Blick auf die Innenstadt. Es verlockte sehr, ich wollte über die Innenstadt fliegen. Also suchte ich nach Notlandemöglichkeiten. Im Falle eines Motorausfalles würde wahrscheinlich nur die Wasserlandung im Aasee übrig bleiben.

Mit der C22 hatte ich vor Jahren mehrere Problemflüge mit Notlandung, das wirkt bis heute nach.


Ach wie schön, ich entdeckte den münsterschen Allwetterzoo und das Naturkundemuseum direkt daneben (im Bild darüber). Früher waren wir mit den Mädchen öfter mal hier gewesen, beide Orte sind mit schönsten Erinnerungen verknüpft und einfach nur empfehlenswert.


Die Türme des Universitätsklinikums waren das nächste, was meinem Apparat quasi vor die Linse sprang.

In der Luft war es angenehm ruhig, das kleine Flugzeug, die Uli Rebell, flog brav seinen Kurs.


Am Abend eines Fluges sitze ich oft stundenlang bis tief in die Nacht und in den nächsten Morgen und suche auf Satellitenbildern und Karten die Orte, die ich überflogen habe. Dass ich hier die Hautklinik des Universitätsklinikums photographiert hatte, konnte ich erst feststellen, nachdem ich das Gebäude des Instituts für Geographie oben rechts im Bild gefunden hatte. Dieses helle Dach mit Balken darauf lässt sich in Satellitenaufnahmen wesentlich leichter finden als der Gebäudekomplex der Hautklinik.


Münster ist eine schöne Stadt! Mir hat sie schon immer gefallen. Wie grün sie ist, habe ich aber erst jetzt entdeckt. Der Kreisverkehr, an dem die Westhoffstraße mit Am Burloh zusammen trifft, war mein nächstes Photoobjekt.


Der Blick auf die Innenstadt zeigt es, so ganz freie Sicht war an diesem Tag nicht.


Der Fernmeldeturm an der Wolbecker Straße übte eine magische Anziehungskraft auf mich aus, den musste ich überfliegen.


Der Dortmund-Ems-Kanal fließt durch Münster, man kann sich also von Borkenberge aus gar nicht verfliegen. Und auch das Finden des Rückweges ist durch den Kanal sicher gestellt. Hier im Bild geht die B51 über den Dortmund-Ems-Kanal.


Mit Klaus-Peter hatte ich mich schon über Funk abgesprochen, er war einige Minuten nach mir vom Flugplatz EDLB gestartet und hatte mich gesucht. Über Münster fand er mich dann. Auf dem Bild sehen wir Klaus-Peter mit Falke SF25C und im Hintergrund die Innenstadt von Münster.




Wir flogen eine Zeit nebeneinander her, dann sagte Klaus-Peter, der gerade über der Heilig-Geist-Kirche war, dass er nun abdrehen und nach Hause zurück fliegen wolle. Guten Flug, lieber Klaus-Peter, ich freue mich auf unser nächstes Treffen!


Mein Kreis um die Innenstadt wurde enger, hier überfliege ich das LVM-Gebäude an der B54 (Ecke B219).


Auch diesen Ort musste ich lange suchen, es ist die St.-Antonius-Kirche an der Weseler Straße Ecke Moltkestraße. In der Karte ganz unten in diesem Flugbericht habe ich alle Orte markiert, man kann also die Strecke nochmal „nachfliegen“.


Dann war ich nah genug an der münsterschen Innenstadt, um gute Photos zu bekommen. Im Bild ganz vorne links die Liebfrauenkirche, unübersehbar in der Mitte der St.-Paulus-Dom, rechts dahinter die Lamberti-Kirche (die mit den Käfigen am Turm) und oben in der Bildmitte die St.-Martini-Kirche.

Der heilige Ludgerus (742 - 809), der der erste Bischof von Münster war, ist ganz sicher für seine Stadt und sein Bistum fürbittend tätig.


Der St.-Paulus-Dom ist nicht nur von außen sehr schön. Ich erinnere mich an einen Abteilungsausflug meines Fraunhofer-Institutes vor vielen Jahren, wir waren mit Segways durch Münster unterwegs, es war herrlich. Auch vor dem Dom sind wir mit diesen Zweirädern gefahren.


Im Kreuzviertel steht die Heilig-Kreuz-Kirche.


Das Gebäude der Deutschen Rentenversicherung steht auch in Münster. Viele meiner Arbeitskollegen haben inzwischen schon den Weg hierhin angetreten, einige sind in Rente - die alten Säcke! Letztens habe ich über so einen alten Sack, einen 55 jährigen herrlich gelästert; dann stellte ich voll Entsetzen fest, dass ich inzwischen schon älter bin als dieser Jungspund...


Die Erphokirche (nach dem münsterschen Bischof Erpho) an der Ostmarkstraße / Erphokirchplatz ist als Kunst- und Kulturkirche ausgewiesen. Diese Kirche (oder der Bischof) hat dem Viertel den Namen gegeben: Das Erphoviertel.


Auf dem Dach des St.-Franziskus-Hospitals entdeckte ich einen Hubschrauberlandeplatz. Solche Landeorte flößen mir immer Respekt ein, ich möchte nicht mit einem kleinen 120kg Flugzeug in der Nähe sein, wenn so ein Hubschrauber ankommt und landet.


Der münstersche Stadthafen zeigt, dass Münster am Kanal liegt.


Die Ausfahrt aus dem Stadthafen und (oben rechts im Bild) der Hafengrenzweg zeigen die Richtung an, die ich fliegen musste, um wieder zum Flugplatz Borkenberge zu kommen.


Lange habe ich auch nach der St.-Sebastian-Kirche an der Davertstraße auf Satellitenbildern gesucht.


Schön war es über Münster. Ein letztes Photo machte ich noch von der Wirkungsstätte der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder und dem Wasserturm.

Nach einer Flugzeit von 76 Minuten landete ich wieder auf dem Flugplatz EDLB.